„Bienen würden Bio kaufen“

| Keine Kommentare | Druckversion Druckversion | E-Mail E-Mail

Viele Menschen haben sicherlich noch die Berichte vom massenhaften Bienensterben vor Augen, die in den letzten Jahren in den Medien zu finden waren. Auch heute ist die Bienengesundheit weiterhin in Gefahr und die ökologische Imkerei steht vor großen Herausforderungen, wie Albrecht Pausch, Sprecher des Bioland Bundesfachausschuss Imkerei und Mitinhaber des Bienenhofs Pausch aus seiner täglichen Arbeit zu berichten weiß. Er gibt auch Einblicke, ab wann aus einer Hobby-Imkerei ein ernsthafter Erwerb werden kann.

albrecht-pausch-bienen-bb

Albrecht Pausch und einige seiner fleißigen Mitarbeiterinnen.
Bild: Bienenhof Pausch GmbH

Jens Brehl: Wie sind Sie zur Imkerei gekommen?

Albrecht Pausch: Durch mein Hobby, denn mich haben schon immer Staatenbildende Insekten fasziniert. Im Oktober 1989 fand ich in der lokalen Tageszeitung eine Verkaufsanzeige für zwei Bienenvölker, die ich mir dann auch zugelegt habe. Heute weiß ich, dass dies unsinnig war, denn Bienenvölker kauft man im Frühjahr und nicht im Herbst. Der Imker war damals weit über 80 Jahre alt, hatte die Bienen nicht eingefüttert und auch nicht gegen Varroamilben behandelt. Daher waren meine Frau und ich froh, dass zumindest ein Volk überlebt hat.

Damals war ich noch in der Computer-Industrie tätig und viel international unterwegs. Daher musste sich meine Frau um die Bienen kümmern, die daran vermehrt Gefallen fand. Zum Glück, denn bald hatten wir schon zwischen 20 und 30 Völker. Da uns chemisch-synthetische Mittel suspekt waren, es davon Rückstande im Wachs sowie die Gefahr von welchen im Honig gab, überlegten wir 1993 ökologisch zu imkern. Drei Jahre später sind wir Mitglied bei Bioland geworden.

Jens Brehl: Warum haben Sie das Hobby zum Beruf gemacht?

Albrecht Pausch: Ich übte zwar einen spannenden Beruf aus, allerdings hatten sich meine Frau und ich unser Zusammenleben anders ausgemalt. Schließlich war der eine viel in der Welt unterwegs, während der andere zuhause war. Zudem hatte ich keine Lust mehr, mir meinen Hintern im Flugzeug breit zu sitzen. So nahm ich 1999 ein Sabbatical, also ein Jahr unbezahlten Urlaub, in Anspruch – kehrte aber nie in meinen alten Beruf zurück. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits über 100 Bienenvölker im Nebenerwerb. Gemeinsam mit meiner Frau habe ich kurz darauf unseren heutigen Bienenhof mit etwa 250 Bienenvölkern aufgebaut.

Der Beitrag hat Ihnen gefallen? Sie können dafür bezahlen und damit unabhängigen Journalismus fördern!
Kontoverbindung
Paypal

 

 

Kategorie: Bio? Logisch!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.