Der Weltuntergang fällt aus?!

| Keine Kommentare | Druckversion Druckversion | E-Mail E-Mail

Täglich verschwenden wir durch unser auf unendliches Wachstum angewiesenes Wirtschaftssystem unwiederbringlich wertvolle Ressourcen und zerstören dabei die Umwelt. Als Schauspielerin Mélanie Laurent und Aktivist Cyril Dion eine Studie lasen, die den Zusammenbruch unserer Zivilisation in den nächsten 40 Jahren voraussagt, wollten sie sich damit nicht abfinden. In ihrem Dokumentarfilm „Tomorrow“ sprechen sie mit Experten und besuchen weltweit Initiativen, die ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Die Lösungen für unsere Probleme liegen bereits auf der Hand.

In den ersten Minuten erschleicht die Zuschauer von „Tomorrow“ das Gefühl, es schon wieder mit einem typischen Dokumentarfilm von „Gutmenschen“ zu tun zu haben, der die allseits bekannten Informationen wiederkäut: Verbraucht weniger, Gentechnik auf dem Acker ist böse, geht auf die Straße.

Doch die Filmemacher bekommen schnell die Kurve, denn anstatt (mögliche) Katastrophen zu präsentieren, konzentrieren sie sich auf das Lösen der Probleme – und das ist deutlich spannender.

Von ökologischer Landwirtschaft bis echter Schulbildung

Dabei orientieren sich die Filmemacher an unseren Bedürfnissen und haben ihre Dokumentation dazu in fünf ineinander übergehende Kapitel unterteilt: Essen, Energie, Geldsystem, Demokratie und Bildung.

Sie besuchen Stadtfarmen in Detroit, wo Nahrung dort angebaut wird, wo auch Menschen leben. Für viele unbekannt: Nicht die Großbetriebe der industriellen Landwirtschaft ernähren die Welt, sondern Kleinbauern produzieren den Großteil unserer Lebensmittel.

tomorrow-dvd-blogKommunen zeigen, wie sie sich mit erneuerbarer Energie versorgen, Initiator der Transition-Town-Bewegung Rob Hopkins spricht über Vorteile von Komplementärwährungen, ein ehemaliger Bürgermeister aus Indien erklärt, wie er die Demokratie auf regionaler Ebene stärkt, eine Schule in Finnland zeigt, wie sie Schüler auf das Leben vorbereitet und vieles mehr. Thematisch passend kommen die Interviewten manchmal mehrmals im Film zu Wort, was das Vermitteln der Informationen lebendig gestaltet. Auf diese Weise entstehen keine Längen, sondern perfekte Überleitungen. So können die Filmemacher zeigen, wie sehr die einzelnen Themenbereiche miteinander verbunden sind, und dass selbst kleine Initiativen im Ganzen betrachtet Großes bewirken können.

Den Machern von „Tomorrow“ gelingt es, eine positive Weltsicht zu vermitteln und dabei nicht in den Kitsch abzudriften. Die Botschaft: Die Welt ist bereits voller Lösungen, wir müssen sie nur umsetzen und miteinander verbinden. Weiterführende Informationen sind auf der offiziellen Internetseite zu finden und „Tomorrow“ ist seit Mitte Oktober als DVD und Blue-Ray erhältlich.

Der Beitrag hat Ihnen gefallen? Sie können dafür bezahlen und damit unabhängigen Journalismus fördern!
Kontoverbindung
Paypal

 

 

Kategorie: Augen & Ohren

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.