Schlemmen auf der Biofach

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Wer sich für Biolebensmittel und ökologische Landwirtschaft interessiert, kommt an der jährlichen Biofach-Messe in Nürnberg kaum vorbei. In diesem Jahr habe ich mich in den Messehallen auf die Jagd nach herausragenden Produkten und interessanten Themen für „Brehl backt!“ begeben – und war erfolgreich!

Wer hungrig nach Hause geht, hat etwas falsch gemacht. Denn Naturkosthersteller aus allen Branchen laden an ihren Ständen zur Verkostung ein. Auch ich habe meinen Geschmacksknospen neue Erlebnisse gegönnt und auch zahlreiche Gespräche geführt.

Der Warenkorb ist randvoll

Seit Dezember vergangenen Jahres gibt es die Blog-Rubrik „Warenkorb“, in welcher ich herausragende Bioprodukte vorstelle. Auf der Biofach fand ich einige heiße Kandidaten und so kann ich in den nächsten Wochen weitere Testberichte angehen.

Zudem gab es einen bestimmten Grund, warum ich mich auch mit den Mitarbeitern von Ölmühlen unterhalten habe, den ich allerdings erst in den nächsten Monaten verraten kann.

Bio ist nicht immer ökologisch sinnvoll

Wermutstropfen waren für mich auch in diesem Jahr Biolebensmittel mit viel Verpackung drum herum. Sie sind zwar lecker, vielfach auch gesund, hinterlassen aber jede Menge Müll. Bio ist demnach nicht immer ökologisch sinnvoll. Negativbeispiele sind in meinen Augen die Fruchtsnacks von MOGLi, die nach Demeter zertifiziert sind. Auf der Internetseite schreibt das Unternehmen: „Wir von MOGLi arbeiten für die Vision mit unseren Kindern zur Natur zurückzukehren – mit allem, was wir haben und was uns bewegt.“

Jede Menge Verpackungsmüll für kurzen Genuss.
Bild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0

Auch der Druck jedes Jahr neue Produkte auf den Markt zu bringen, ist für mich an vielen Ecken spürbar, der beispielsweise anhand der 438. Müsli-Mischung ersichtlich ist. Einfach ein paar Gramm andere Früchte hinzufügen, dazu ein tolles Verpackungsdesign, gewürzt mit bestem Marketing-Sprech.

Warum sich eine Fertigmischung für Pfannkuchenteig bestens verkauft, ist sogar dem Hersteller schleierhaft. Kaum etwas ist so einfach und schnell erledigt, als einen solchen Teig in der heimischen Küche frisch zuzubereiten.

Wein, Bier und Backwaren aus meiner Heimat

Besonders gefreut hat mich das Treffen mit Familie Lange vom Privatweingut Schloss Saaleck und auch Gernot Stiebig von der Alsfelder Brauerei, die mittlerweile zu den Vogelsberger Landbrauereien gehört. Auch die Fuldaer herzberger bäckerei war mit einem Stand vertreten. Weingut, Brauerei und Bäckerei stelle ich ausführlich in meinem Buch „Regionale Biolebensmittel – Gesundes und Köstliches aus Fulda, Rhön, Vogelsberg und Nordhessen“ vor.

Zudem traf ich Johannes Gutmann, Gründer des Bio-Kräuterspzezialisten Sonnentor. Seit wir uns vor Jahren auf einer Veranstaltung getroffen haben, stehen wir in lockerem Kontakt. Wer ein aufmunterndes Gespräch sucht, weiter seinem Herzen zu folgen, ist bei ihm genau richtig. Man kann eben nicht nur durch gute Tees Kraft tanken!

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Kategorie: Bio? Logisch!, in eigener Sache

3 Kommentare

  1. Ein schöner Bericht, die Wermutstropfen sprechen mir auch ein wenig aus der Seele.
    Gerade jetzt, wo so langsam die Umweltschäden von Plastik bewusst werden und das Umdenken anfängt, ist so ein Übermaß an Verpackung unschön. Die Dinger sind für Mamas zwar praktisch und besser als ein Schokoriegel, aber die Müllmenge tut echt weh. Tipp: Mal nach “quetschies wiederverwendbar” suchen, da gibt es inzwischen ein gutes Angebot.  

    Bio-Lebensmittel haben inzwischen (zum Glück?) das Luxus-Problem, dass die meisten Bereiche breit abgedeckt sind. Um sich nun am Markt zu behaupten bedarf es anderer Wege, wie nun mal ansprechendes Verpackungsdesign und gutes Marketing, man kann das Müsli nun mal schwer neu erfinden. ;) Ich persönlich hoffe, dass die Zukunft mehr in Richtung regional & saisonal geht, ebenso wie nachhaltige Verpackungsideen.

    Mein Lieblingssatz: “Warum sich eine Fertigmischung für Pfannkuchenteig bestens verkauft, ist sogar dem Hersteller schleierhaft.”
    Geil, einfach nur geil! Ich habe eine solche Mischung bereits vor einigen Jahren im konventionellen Bereich gesichtet. Zutaten: Mehl, Zucker, Backpulver, Salz. Noch hinzuzufügen: Milch, Eier.
    Ich bewundere die Hersteller die den Mut hatten, dies am Markt zu testen. “Himmel, Müller, wer soll das denn kaufen” “Vertrauen Sie mir einfach Chef, vertrauen Sie mir…”

      

  2. Spannender Bericht, tolle Fotos und ein hilfreicher Kommentar – Danke, Jens und auch Sonja!

      

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