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Alsfelder Brauerei hat kein Bock mehr

Kaum eine Gemeinde scheint ohne ein eigenes Oktoberfest auszukommen. Der Exportschlager aus München mit seiner Welle an Festbieren verdrängt bereits seit Jahren die heimischen Bockbierfeste. Die Nachfrage an Bockbier ging kontinuierlich zurück und so zieht die Alsfelder Brauerei die Reißleine: Das Öko-Bockbier wird fortan nicht mehr gebraut.

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Ausgebockt: Das Glas bleibt leer.
Bild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0 [1]

Auch bei Gerstensaft gibt es Modetrends. „Bockbier hat es grundsätzlich schwer“, erklärt Ruth Herget-Klesper, Geschäftsführerin der Vogelsberger Landbrauereien GmbH, zu der auch die Alsfelder Brauerei gehört. Neben der Oktoberfest-Welle ist auch die sinkende Nachfrage seitens der Gastwirte an Bockfassbier ein Grund für den Abgesang. „Es stirbt immer zuerst das Fass- und dann das Flaschenbier. Da Bock eine Spezialität ist, greifen Kunden selten zu ganzen Kästen, sondern eher zu Sixpacks oder einzelnen Flaschen. Ab einem bestimmten Punkt lohnt es sich für die Brauereien nicht mehr, Bockbier abzufüllen.“

Rückt ein alkoholfreier Naturbursche nach?

Die Alsfelder Bio-Biere, die als „Naturburschen“ vermarktet werden, sollen durch Charakterstärke und besondere Geschmacksrichtungen herausstechen. Daher standen von Anfang an besondere Sorten wie unter anderem das fruchtige Emmerbier im Fokus.

Nun müssen die Naturburschen ohne Bock auskommen. Die Alsfelder Brauerei konzentriert sich zunächst darauf, ihre Bio-Biere bekannter zu machen und damit die Nachfrage zu steigern. Eine neue Sorte ist noch nicht in der Pipeline, aber die Brauer loten Markt und Kundenwünsche aus. So wäre ein alkoholfreies Bier durchaus möglich.