Attila Hildmann gegen tegut: Erste Welle des Protests

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In den sozialen Medien hatte der vegane Koch und Unternehmer Attila Hildmann seine Unterstützer aufgefordert, via E-Mail bei diversen Händlern gegen die Auslistung seiner Produkte zu protestieren. Auch tegut ist betroffen, doch der Fuldaer Lebensmittelhändler zeigt sich relativ entspannt.

Einen ausgewachsenen Shitstorm habe tegut nicht erreicht, wie Matthias Pusch, Leiter der Unternehmenskommunikation, auf Nachfrage mitteilt. „Von Hildmanns Aussagen distanzieren wir uns ganz klar und behalten ihn und die weitere Entwicklung im Auge.“

Derzeit verkauft tegut noch die Lagerbestände von Hildmanns Schokoaufstrich Nutwave ab. Ob danach weitere Ware geordert wird, stünde noch nicht fest. Nachschub für den ehemals bei tegut gelisteten Energydrink Daisho ist nicht mehr lieferbar, da Abfüller Voelkel die Zusammenarbeit mit Hildmann aufgekündigt hat.

Attila Hildmann und die Weltverschwörung

Hildmann selbst hatte sich in den letzten Wochen durch krude Theorien über eine Weltverschwörung im Zusammenhang mit Covid-19 hervor getan. Dabei schoss er sich besonders auf den Microsoftgründer Bill Gates ein, der ein Kinderschänder sei, der die Weltbevölkerung zwangsterilisieren und mithilfe von Microchips kontrollieren wolle. Für den 15. Mai kündigte Hildmann den Beginn der „Neuen Weltordnung“ an und er mache sich als „Krieger des Lichts“ bereit, Deutschland zu führen. Notfalls baue er im Untergrund eine Armee auf. Hildmanns Aussagen werden zusehends kruder.

Allerdings war der vegane Koch schon lange auffällig. So beleidigte er Journalisten, die negativ über ihn oder sein Restaurant berichteten, ließ sich mit angelegten Schusswaffen ablichten und teilte die Bilder in den sozialen Medien. Bislang störten sich die Hersteller seiner Produkte und der Handel nicht daran.

Nachtrag 30.06.2020: Mittlerweile hat tegut die Produkte von Attila Hildmann ausgelistet.

Nachtrag 08.06.2020: Auch nach drei Wochen hat tegut noch nicht entschieden, ob alle Produkte von Attila Hildmann ausgelistet werden. „Wir beobachten die Situation und Diskussion um Attila Hildmann weiterhin sehr wachsam“, teilt Pressesprecher Matthias Pusch auf Nachfrage mit.

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5 Kommentare

  1. Peinlich, dass tegut da keine klare Haltung hat. Unverständlich was es da noch zu überlegen oder zu beobachten gibt. Da waren andere Supermarktketten konsequenter.

      

  2. Es wird Zeit, dass tegut klare Kante zeigt – oder reicht der Hitler-Vergleich noch immer nicht, um zu Ende zu überlegen? Wie peinlich!

      

  3. Es ist eben wie so oft, erst kommt der Profit, dann die Moral. Das ist inbesondere im Bereich der ökologischen Anbieter sehr zu beobachten.

      

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