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Bitte verzeiht mir, Radieschen

Rund und knackig sahen sie aus, als ich die Radieschen zusammen mit einem Kopfsalat in meinem Saisongarten geerntet habe. Die Vorfreude auf den knackigen Salat hielt leider nicht lange, denn: Ich habe einen Fehler gemacht und viele Radieschen sind ungenießbar.

trockene Radieschen

Zur Freude der Erdflöhe saßen die Radieschen zu lange auf dem Trockenen. Erstmals sind auch Blätter gelb. Eine Woche später regnete es mehrere Tage durch; zu spät für die erste Radieschen-Generation.
Bild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0 [1]

In den letzten Wochen gab es immer wieder Perioden, in denen es tagelang oder zumindest in meinen Augen stark genug geregnet hatte. Die Radieschen schienen sich prächtig zu entwickeln, nachdem ich sie in der Reihe kontinuierlich vereinzelt hatte. Wie es aussieht, habe ich mich vom Pflanzenwachstum und der Optik aus Unwissenheit blenden lassen.

Radieschen auf dem Trockenen

Die ersten geernteten Radieschen waren rund, groß, knackig und äußerst delikat. Ideal als Zutat in einem gemischten Salat oder in Scheiben auf dem Frühstücksbrot. Wie es sich aber nun herausstellt, sind nun etliche Radieschen ungenießbar, weil zu trocken. Da ich sie nicht zu spät ernte, muss es am mangelnden Gießen gelegen haben. Es fehlte Wasser, um knackiges Gemüse hervorzubringen.

Ein weiteres Indiz für meinen Fehler war die Tatsache, dass sich die Erdflöhe in der Radieschen-Reihe pudelwohl fühlten. Die mögen es am liebsten trocken und regelmäßiges Gießen lässt sie das Weite suchen. Die Hoffnung ruht nun auf der von mir neu gesäten Reihe mit Eiszapfenradieschen. Die freuten sich in der letzten Woche über jede Menge Regen.

Wie gieße ich meinen Garten richtig?

Doch es bleibt die Frage, wie soll ich nun gießen? Schließlich möchte ich nicht einfach meinen Garten fluten, nur um noch einmal das Austrocknen der Feldfrüchte zu vermeiden. Auch wenn die Bodenoberfläche trocken erscheint, kann es in Wurzeltiefe noch feucht genug sein. „Einmal hacken erspart zwei Mal gießen, weil beim Hacken die Bodenkapillare durchtrennt werden und so das gespeicherte Wasser weniger an die Oberfläche steigt und verdunstet“, erklärt Stefanie Krecek, Koordinatorin der tegut… Saisongärten. Gehackt habe ich regelmäßig.

Darüber hinaus ist es auch entscheidend, wann ich gieße:  Zum einen besser morgens als abends und zum anderen haben die Pflanzen während der Wachstumsphasen unterschiedliche Bedürfnisse. Das klingt zunächst kompliziert, doch der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landschaftspflege hält auf seiner Internetseite [2] leicht verständliche Gießtipps parat, auf die uns Krecek hingewiesen hat.

Köstlichkeiten aus dem Gießener Saisongarten

Eine Saisongärtnerin aus Gießen berichtet in ihrem Blog [3] ebenfalls über ihre Erfahrungen und präsentiert zudem leckere vegane Rezepte. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.