Brehl backt! bleibt weiterhin auf Facebook

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Facebook und ich waren nie gute Freunde und werden es wohl auch nicht werden. Seitdem bekannt wurde, dass Cambridge Analytica Daten von Facebook-Nutzern via angeblichem „Datenleck“ anzapfen konnte, ist die Diskussion rund Datensicherheit wieder ins Rollen gekommen. Persönlich stehe ich Facebook kritisch gegenüber und dennoch nutze ich das soziale Netzwerk für meinen Blog „Brehl backt!“. Ein zweischneidiges Schwert und ein persönlicher Widerspruch.

Aus privater Sicht würde ich Facebook noch heute ignorieren: zu gering sind meine Vorteile die ich im Gegenzug für das Füttern des Konzerns mit meinen Daten und Vorlieben bekomme, damit er mir passende Werbung anzeigen kann. Für mich ist es immer wieder erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit viele Nutzer Intimstes über sich und/oder ihre Familie im sozialen Netzwerk veröffentlichen. Daran werde ich mich wohl nie gewöhnen.

Der freiwillig gläserne Nutzer

Welche Daten wie erhoben, gespeichert und in welcher Form Dritten zugänglich sind, ist für mich nach wie vor intransparent. Hey, ich nutze noch nicht einmal Kundenkarten. Mir geht es wie vielen Nutzern, dass mich Facebooks verschachtelte Menüs und deren Funktionen zeitweise überfordern. Direkte Ansprechpartner hält der milliardenschwere Konzern nicht parat. Als ich einmal eine technische Anfrage schickte, bekam ich keine Antwort. Im Forum fanden sich Einträge von dutzenden Nutzern mit dem gleichen Problem. Auch dort meldete sich kein Facebook-Mitarbeiter zu Wort. Leisten könnte es sich das Unternehmen allemal, man möchte aber anscheinend den Kundenservice nicht bieten. Friss oder stirb!

Facebooks Messenger Dienst „Whatsapp“ traue ich ebenso wenig über den Weg. Bereits das Speichern von Metadaten (wen ich von wo wann kontaktiert habe) verrät schon viel über mich. Klingt paranoid? Vielleicht. Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden kann es nicht schaden zu überlegen, was man von sich preisgeben und welche Dienste man nutzen möchte.

Medien in der Facebook-Falle

Nach wochenlangem Grübeln startete ich im Oktober 2016 die Facebook-Seite für meinen Blog „Brehl backt!“. Schließlich habe ich das gleiche Problem, wie viele andere Medien auch: Das Publikum ist längst zu Facebook abgewandert und nutzt das soziale Medium als Informationsquelle. Demnach biss ich in den sauren Apfel.

Mit der eigenen Facebook-Seite kann ich neue Leser gewinnen, mit ihnen kommunizieren und auch „kleine“ Nachrichten veröffentlichen, die keinen eigenen Blogartikel bekommen. Zudem möchte ich die Möglichkeit haben, mich auch bei Facebook zu Wort melden zu können. In dem sozialen Netzwerk veröffentliche ich lediglich Inhalte, die auch öffentlich zugänglich sein sollen. Allzu Privates wird man von mir nicht finden.

Allerdings werte ich mit meinen Inhalten Facebook zu einem ganz bescheidenen Anteil auf, obwohl ich dem Konzern skeptisch gegenüberstehe. So bleibt es nach wie vor ein echter Zwiespalt. Meine Facebook-Seite werde ich allerdings noch weiter betreiben oder: Lang lebe der Widerspruch.

Warum der angebliche Datenskandal bezüglich Cambridge Analytica vielleicht gar keiner ist und mehr, erfährt man in einer Analyse von Dennis Horn.

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Kategorie: in eigener Sache

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