„Der Verlust von Biodiversität ist gefährlicher als der Klimawandel“

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Geschmacklose Pflanzenzucht

Generell sei es ein Problem, dass Saatgut-Unternehmen eng mit der chemischen Industrie verflochten sind. Dort bestehe kein Interesse ökologische Sorten zu züchten, die ohne chemische Hilfsmittel auskommen. „Viele Sorten weisen zudem fragwürdige Ernährungsqualitäten auf“, mahnte Fleck. Geschmack und Nährstoffe spielten bei der konventionellen Züchtung oft nur eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sei ein hoher Ertrag. Zudem soll das selbe Saatgut weltweit in unterschiedlichen Klimazonen angebaut werden. Unterstützt durch Kunstdünger und Pestiziden gelingt das. Die ökologische Landwirtschaft verzichtet auf diese Hilfsmittel und benötigt Sorten, die bestens an Standorte angepasst sind.

Ausweg Öko-Sorten

Allerdings hat die Öko-Branche in Sachen eigenes Saatgut lange geschlafen und ist somit in Teilen abhängig. Erst seit 1985 ist mit dem Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamsichem Anbau eine ökologische Pflanzenzucht gezielt etabliert worden. Heute gibt es beispielsweise mit Kultursaat oder dem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt etliche weitere gemeinnützige Akteure. Auch die Zukunftsstiftung Landwirtschaft finanziert mit ihrem Saatgutfonds die Arbeit von Züchtern.

Über Saatgut ließe sich tagelang diskutieren. Die beiden Referenten haben es jedoch in der kurzen Zeit geschafft, nicht nur Basiswissen zu vermitteln, ein Bewusstsein für die Problematiken zu schaffen, sondern auch die Zuhörer zu motivieren, sich in ihrem Alltag für Biodiversität und samenfestes ökologisches Saatgut einzusetzen. Entweder beim Anbau im eigenen Garten oder beim bewussten Einkauf.

„Bei uns steht Genießen im Mittelpunkt, aber damit darf das Engagement für gute Lebensmittel nicht aufhören“, fasste Bettina Klara Buggle, Leiterin des Slow Food Conviviums Frankfurt, ihre Intention zum Thema Saatgut eingeladen zu haben zusammen. Die Veranstaltung fand am 28. März in den Räumen der GLS Bank Frankfurt am Main statt.

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Kategorie: Bio? Logisch! | Schlagwörter: ,

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