„EU-Bio reicht uns nicht“

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Über 180 Eigenmarken führt der Lebensmittelhändler tegut in Bio-Qualität und setzt dabei ausschließlich auf Verbandsware. Die Kriterien für das ökologische Wirtschaften sind bei Bioland, Naturland und besonders Demeter deutlich höher als beim EU-Bio-Siegel. Während der Drogist dm Alnatura-Produkte mit seiner Eigenmarke aus den Verkaufsregalen verdrängt hat, bekräftigte Thomas Gutberlet, Geschäftsführer von tegut, die weitere Zusammenarbeit.

Die Bio-Eigenmarken und die Produkte von Alnatura würden das tegut-Sortiment bestens ergänzen. „Bei Obst, Gemüse und Fleisch möchten wir direkt mit dem Erzeuger arbeiten“, erklärte Thomas Gutberlet auf einem gestrigen Vortrag bei der Interessengemeinschaft für gesunde Lebensmittel (IG FÜR) in der tegut-Zentrale. Im Gegenzug sei speziell im Trockensortiment und bei Milchprodukten Alnatura ein guter Partner. Gutberlet berief sich auch auf die gemeinsame Historie von tegut und Alnatura. Die hatte bei dm am Ende wenig gezählt.

Eigenmarke: Mehrwert statt nur billig

Im Lebensmittelhandel dienen Eigenmarken oft als besonders günstige Preiseinstiegs-Produkte, wie der Fachmann sagt. Bereits in den 90ern erkannte tegut, dass diese Strategie für das eigene Haus nicht funktionieren könne. Als vergleichsweise kleine Lebensmittelhandelskette fehlen entsprechende Abnahmemengen, um preislich konkurrieren zu können.

Statt dessen besann man sich drauf, mit der eigenen Marke einen Mehrwert zu bieten. Das tegut-Reinheitsversprechen war geboren: Verzicht auf Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Hefeextrakt, gehärtete Fette und Süßungsmitteln. Ziel ist es, bei konventionellen Lebensmitteln eine höhere Qualität als die der Markenprodukten zu einem günstigeren Preis zu bieten. „Wir müssen uns nichts vormachen. Anlass bezogen ändert sich das Kaufverhalten der Kunden und die Bereitschaft, welchen Preis sie bezahlen wollen“, stellte Gutberlet klar.

Strenger und strenger

In Sachen Eigenmarke wurde aus der anfänglichen Schwäche eine Stärke. Aufgrund von niedrigeren Abnahmemengen kann tegut mit kleinen und mittelständischen Herstellern kooperieren. Die seien meist flexibler, wenn es darum gehe, besondere Wünsche in Sachen Zutaten und Rezepte umzusetzen. Bei den meisten Produkten der Eigenmarke ist der Hersteller auf der Verpackung genannt – nur wenn er dies nicht wünscht, werden Ausnahmen gemacht. Transparenz sei eben wichtig.

Grund zum Ausruhen gäbe es aber nicht. „Mit dem Reinheitsversprechen waren wir Vorreiter, aber wir müssen es stetig weiter entwickeln“, erklärte Nadine Schäfer, Abteilungsleiterin Produktmanagement. Was im Klartext bedeutet, immer strengere Qualitätsansprüche zu etablieren. Produkte der Eigenmarke, die höheren Anforderungen nicht mehr gerecht werden, fliegen aus dem Sortiment.

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Kategorie: Bio? Logisch!, Regionalkiste | Schlagwörter: ,

Ein Kommentar

  1. Danke, werter Herr Jens Brehl für den sehr informativen Beitrag zu unserer aktuellen IG FÜR…Vortragsveranstaltung am Montag 5. November 18 in Fulda.

      

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