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Foodwatch gegen falsche Früchtchen

Wenn Kirschtee ohne Kirschen auskommt, Zitronen-Limonade keine Zitronen enthält und Alaska-Seelachs gar kein Lachs ist, fühlen sich Konsumenten betrogen. Doch solche und weitere irreführende Kennzeichnungen von Lebensmitteln sind legal. Festgelegt werden die entsprechenden Leitsätze von der geheim tagenden Lebensmittelbuch-Kommission, in der auch Interessensvertreter der Lebensmittel-Industrie sitzen. Die Verbraucherorganisation Foodwatch möchte dies ändern.

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Bild: Foodwatch e. V.

Die Lebensmittelbuch-Kommission erstellt die so genannten Leitsätze für Lebensmittel, die unter anderem festlegen, was unter einem „Früchtetee“ zu verstehen ist. Sie sind zwar keine Gesetze, werden in der Praxis im Grunde so angewendet. Sie lassen beispielsweise zu, dass die namensgebende Frucht in einem Früchtetee gar nicht enthalten sein muss. Erst im Kleingedruckten findet der Konsument die Information, dass sein Kirschtee ganz ohne Kirschen auskommt und diesem lediglich entsprechendes Aroma zugesetzt wurde.

Einfluss der Lobbyisten brechen

„Im Geheim-Club Lebensmittelbuch-Kommission sitzen die Lobbyisten der Ernährungsbranche mit am Tisch und dürfen im Auftrag der Bundesregierung offiziell mitentscheiden, wie Lebensmittel herzustellen und zu kennzeichnen sind“, kritisierte Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelkennzeichnung bei foodwatch. „Verbraucher werden durch die teils hanebüchenen Vorgaben der geheim tagenden Kommission immer wieder in die Irre geführt. Es ist höchste Zeit, diese staatlich legitimierte Verbrauchertäuschung zu stoppen: Wie Lebensmittel zu kennzeichnen sind, muss der Gesetzgeber festlegen – nicht ein Geheim-Gremium, in dem die Lobbyisten der Lebensmittelwirtschaft verbraucherfreundliche Regelungen blockieren können.“

In einem offenen Brief [1] an den für Ernährung zuständigen Bundesminister Christian Schmidt (CSU) fordert Foodwatch, die Lebensmittelbuch-Kommission abzuschaffen und die Verbraucher nicht länger mit falschen Kennzeichnungen in die Irre zu führen. Wer möchte, kann die Aktion per E-Mail [2] unterstützen.