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Für eine Handvoll Erbsen…

…habe ich letzten Freitag einen Hitzeschlag riskiert. Da es zum Abendessen Mangold geben sollte, war ich am Nachmittag im Saisongarten. Bei der Hitze war ich der einzige Verrückte, der gehackt und geerntet hat. Doch die Aussicht auf frisches Gemüse aus dem eigenen Garten hielt mich bei der Stange. Und dann hätte ich doch fast die Erbsen vergessen!

handvoll_erbsen

Viel mehr Erbsen konnte ich im Saisongarten leider nicht ernten…
Bild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0 [1]

Nachdem ich einige Kartoffelkäfer-Larven abgesammelt und den Boden rund um alle Pflänzchen aufgelockert hatte, ging es ans Ernten: Die neue Reihe Radieschen entwickelt sich prächtig, auch wenn hier die Erdflöhe wieder fleißig die Blätter durchlöchert haben. Die ersten knackigen und delikaten Radieschen sind schon in den Salat gewandert, damit die Kollegen in der Reihe mehr Platz zum Wachsen haben.

Auch der Kohlrabi sah zum Anbeißen aus, also nahm ich auch davon einen mit. Neben etwas Kamille zum Trocken habe ich auch noch einen großen „Strauß“ Zwiebeln gepflückt. Wie ich nun im Nachhinein von Stefanie Krecek, der Koordinatorin der tegut… Saisongärten erfahren habe, war ich bei den Zwiebeln etwas zu voreilig: Damit sie sich länger halten, werden sie erst geerntet, wenn das Grün verdorrt ist. Nun muss ich die frischen Zwiebeln schneller verbrauchen als gedacht…

Der Erbsenzähler druckt sein Geld selber

Der Schweiß rann mir in Strömen vom Gesicht. Meine Arme und Beine fingen schon an zu „bitzeln“, so dass ich einen Sonnenbrand befürchtete. Keine Frage: Ich brauchte dringend Schatten und wollte daher nach getaner Arbeit schnell aufbrechen. Doch Halt! Ich hatte die Erbsen vergessen, die in meiner Parzelle leider nur spärlich gewachsen sind. Dennoch wollte ich sie nicht verkommen lassen. Gemeinsam mit Erbsen aus dem Zeppelingarten [2] ergab sich auch eine tolle Beilage für mein Abendessen am Sonntag: Erbsen mit Knoblauch in Butter gedünstet. Lecker!

Agraringenieur Reinhold Poier engagiert sich seit nunmehr zwei Jahren in der Transition Town-Initiative Bielefeld [3]. In einem Interview sagte er zu mir: „Selber Energie und Lebensmittel zu erzeugen ist wie Geld drucken – macht aber glücklicher.“ Heute kann ich aus tiefster Überzeugung zustimmen.