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Gentechnik: Lebensmittel mit Nebenwirkung

In seiner Dokumentation „Der Gen-Food Wahnsinn“ geht Filmemacher und Buchautor Jeffrey Smith der Frage nach, ob gentechnisch veränderte Lebensmittel unsere Gesundheit gefährden und wie groß der politische Einfluss von Konzernen wie Monsanto in den USA ist. Zu Wort kommen zahlreiche Aktivisten, Ärzte, Wissenschaftler und Betroffene, die ein einheitliches Bild prägen: Die Vereinigten Staaten von Amerika haben sichere und natürliche Lebensmittel gegen ein wissenschaftliches Experiment mit verheerenden Folgen eingetauscht – und andere Länder eifern nach.

Es gibt zwei Arten von gentechnisch veränderten Pflanzen: Die einen sind resistent gegen ein bestimmtes chemisches Pflanzenschutzmittel; die anderen produzieren selber Gifte gegen Schädlinge. Alle haben gemeinsam, dass Gene fremder Arten eingebracht werden, wie es in der Natur nie passieren würde. Das Ergebnis ist ein genetisches Roulette, denn die (langfristigen) Folgen der Manipulation sind schwer abzuschätzen. Das ist fatal, denn der Großteil der Mais- und Soja-Ernte in den USA bestehen aus gentechnisch veränderte Sorten.

Krankheiten zum Dessert

Der Gen-Food Wahnsinn

Krank durch Gentechnik in der Nahrung?

Ärzte, Landwirte und Wissenschaftler zeigen in der Dokumentation auf, dass die Gen-Früchte weniger Nährstoffe enthalten und das Immunsystem sie als Bedrohung einstuft. Es hat sogar den Anschein, dass die vom Genmais gegen Insekten produzierten Gifte auch andere Tiere und den Menschen schädigen. Die Folge sind Verdauungsprobleme, Entzündungen und Allergien. Durch das Meiden von gentechnisch veränderten Lebensmitteln können Krankheitssymptome gelindert werden oder sie verschwinden komplett.

Besonders beunruhigend empfinden die Protagonisten des Films die politische Macht des größten Anbieters von Gensaaten: Monsanto. Wichtige Positionen in Politik und Regierung haben Lobbyisten eingenommen und kritische Wissenschaftler würden unter Druck gesetzt. Auch unsere derzeitige Bundesregierung hat sich auf EU-Ebene nicht klar gegen das Zulassen von Genmais ausgesprochen. 

Im Film werden darüber hinaus Dokumente gezeigt, die belegen, dass der zuständigen US-Behörde für Lebensmittelüberachung (Food and Drug Administration, FDA)  die Gefahren wohl bekannt sind. Trotz der Beweise breitet sich Gentechnik global aus.

„Der Gen-Food Wahnsinn“ liefert schlagende Argumente gegen gentechnisch veränderte Futter- und Lebensmittel. Zumindest regt der Film zum Hinterfragen des Nutzens von Gentechnik an. Die Botschaft der Dokumentation war von Anfang an klar und kritische Stimmen können durchaus die Einseitigkeit bemängeln. Gentechnik-Befürworter kommen nicht zu Wort und auch Interviews mit Verantwortlichen von Monsanto und Regierungsvertretern fehlen. Darüber hinaus begibt sich Jeffrey Smith aufs Glatteis, wenn er für die Zunahme aller Krankheiten in den USA lediglich die Gentechnik verantwortlich macht.

Gentechnik auf dem Acker ist nicht zukunftsfähig

Bei näherem Hinsehen existieren die Vorzüge der grünen Gentechnik nicht: Statt weniger Pestizide werden im Laufe der Zeit mehr benötigt, da auch das Unkraut widerstandsfähiger wird. Daher landen mehr Chemikalien im Boden, im Grundwasser und schließlich auch im Futtermittel und unserem Essen. Die Aussage mittels Gentechnik könne der Hunger in der Welt besiegt werden, ist ebenfalls nicht belegt.  „Die Argumente entbehren bis jetzt jeglicher Grundlage“, sagte Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bundes ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in einem Interview [1]. „Die Technologie dient ausschließlich dazu, Großflächenlandwirtschaft in Monokulturen betreiben zu können, ohne die für den Erhalt von Bodenfruchtbarkeit erforderlichen Fruchtfolgen oder andere natürliche Gegebenheiten beachten zu müssen. Diese Art der Landwirtschaft richtet sich gegen die Natur und ist dadurch nicht zukunftsfähig.“