Naturschutzbeauftragter Lothar Herzig tritt zurück: „Keine Perspektive für städtischen Naturschutz in Fulda“

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„Von meinem Rücktritt kann Daniel Schreiner nicht überrascht sein“, meint Herzig. Dazu hätten sich die Konflikte der beiden in den letzten Monaten zu sehr zugespitzt. Zumal der Stadtbaurat den Naturschutzbeirat auf seine beratende Funktion beschränkt habe, wodurch er selbst keine Anträge mehr stellen kann. Unter Schreiners Vorgängerin Cornelia Zuschke, die von 2000 bis 2014 als parteilose Stadtbaurätin aktiv war, war dies jedoch möglich. Dazu schreibt Herzig in seiner Pressemitteilung: „Diese Zeit war geprägt durch einen behutsamen Umgang mit Stadtbäumen und Grünflächen, der Erweiterung und Aufwertung vieler innerstädtischer Biotope und Schutzgebiete und etliche Schutzmaßnahmen für Vögel und Fledermäuse. Leider setzte sich diese Politik nach dem Fortgang der Stadtbaurätin nicht fort und erinnert mich derzeit beispielsweise mit der kompromisslosen Realisierung kostspieliger Prestigeobjekte wie der Landesgartenschau 2023 und der Vernichtung geschützter Lebensräume an alte Zeiten.“ Sein Fazit: „Für eine derart erheblich in Schieflage geratene städtische Naturschutzpolitik kann ich keine Mitverantwortung mehr tragen.“

Fuldaer Urgestein bleibt den Naturschutz erhalten

Für den Naturschutz wird sich Herzig weiterhin einsetzten, da er noch als Kreisbeauftragter der staatlichen Vogelschutzwarte aktiv bleibt. Zudem setzt er auf die jetzige Generation. „Es freut mich zu sehen, wie sich die Jugend politisch engagiert“, sagt er mit Blick auf Fridays for Future.

Im März 1980 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Naturschutzbunds (NABU, damals Deutscher Bund für Vogelschutz) im Kreis Fulda. Von 1983 bis 1996 war er erster Vorsitzendes der Ortsgruppe Künzell.

Hinweis:

Quellen für diesen Artikel sind der Beitrag „,Perspektivlosigkeit‘ Naturschutzbeauftragter Herzig legt Amt nieder“ aus Fulda aktuell vom 11.04.2020, die Pressemitteilung von Lothar Herzig und ein ausführliches, persönliches Gespräch mit ihm.

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Kategorie: Regionalkiste

2 Kommentare

  1. Wo Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner (FWL) da „Pauschalkritik“ ausmacht, ist mir ein Rätsel. Auf die meisten Punkte der detaillierten Kritik von Lothar Herzig geht er ja offenbar gar nicht erst ein. Schade – und traurig, dass damit viel Kompetenz in Sachen Klimaschutz und Naturschutz für die Stadt verloren geht.

      

    • Dazu gibt es eine sehr lange Vorgeschichte mit vielen Streitpunkten – wie zur Landesgartenschau 2023. Hierzu sollen die zwei Aue-Weiher zusammengelegt werden, wozu ein Rest hoch geschützter Aue-Wald weichen müsste.

      Eine Baumschutzverordnung hält man in Fulda nicht für nötig, da mehr Bäume gepflanzt, als gefällt werden. Die nächsten Fragen sind aber, wie ökologisch sinnvoll die Neupflanzungen sind, ob sie auch ordnungsgemäß gepflegt werden, ob mit Ausgleichsmaßnahmen auch verbundene Biotope mit einem erhöhten ökologischen nutzen entstehen etc.

      Es bleiben demnach noch genügend Themen, denen man nachgehen könnte …

      Leider ist der Artikel von Fulda aktuell mit der Stellungnahme der Stadt nicht online, sonst hätte ich gerne entsprechend verlinkt.

        

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