Neustart im Umweltzentrum Fulda: „Wir machen die Türen weiter auf, als sie bisher waren.“

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Es soll jedoch konkreter werden: „Wir bieten Bürgern, Naturschutzverbänden und Initiativen mit Ideen, wie wir unser Stadtleben enkeltauglich gestalten können, als Anlaufstelle neben organisatorischer Hilfe auch unsere Räumlichkeiten an. Wir machen die Türen weiter auf, als sie bisher waren. Menschen und ihre Ideen sollen zudem auf die Entscheider treffen und wir übernehmen die moderierende Rolle“, erklärt Sust. „Wir möchten nicht beim Beschreiben der Probleme stehen bleiben, sondern gemeinsam Lösungen finden und diese sollen am Ende möglichst auch umgesetzt werden.“ Maximalforderungen für den Umweltschutz sind schnell aufgestellt, doch in welcher Form Maßnahmen auch verwirklicht werden, ist die Königsdisziplin.

Je mehr Initiativen aktiv sind, um so höher ist die Chance etwas zu erleben. Bislang war für spontane Besucher die Wahrscheinlichkeit hoch, im Umweltzentrum keine geeigneten Erlebnis- oder Lernangebote zu finden. Daher ist neben Coworking-Spaces für Initiativen – sprich flexible Arbeitsräume – auch eine Dauerausstellung im Gespräch.

Auf dem Gelände selbst gibt es etliche Schätze zu entdecken, die allerdings entweder nicht selbsterklärend oder (zu) versteckt sind. Seit Kurzem scharren vier Hühner glücklich in der Erde, aber weswegen sie da sind, verschließt sich dem Besucher noch. Die Tiere stammen ursprünglich aus einer Legebatterie und können am Umweltzentrum erstmals ihr wesensgemäßes Verhalten ausleben. Auch die wohl größte Auswahl an Vogelhäuschen-Arten des Landkreises lädt zum Bestaunen ein, wenn man sie denn findet.

Ökologisch an die eigene Nase fassen

Zusätzlich steht Innenschau auf dem Programm. Das zum Umweltzentrum gehörenden Aue-Bistro soll in seinem Angebot auf eine konsequentere Ausrichtung gebracht werden. Neben verstärkt regionalen Bio-Lebensmitteln sollen konventionelle Produkte auf der Speisekarte reduziert werden. So gab es in den vergangenen Jahren zwar Bio-Weizenbier von Rother Bräu, man verschmähte aber das Bio-Pils der Brauerei und bot stattdessen das konventionelle Pendant an. Es wurde auch schon bei Kaufland konventioneller und in Plastik verpackter Scheibenkäse eingekauft. „In der Vergangenheit wurden zeitweise ausschließlich Bio-Produkte im Bistro angeboten, was natürlich die Durchschnittspreise erhöht hat. Die Nachfrage war jedoch nicht groß genug, um konsequent zu bleiben“, erklärt Sust. „Wir müssen für jeden Geldbeutel etwas bieten, weil wir niemanden ausschließen möchten“, sagt Heumüller. Noch steht das neue Speisenangebot nicht fest.

Unvergesslich auch der Anblick der von Plastikmüll überquellenden Abfalleimer nach einem Herbstmarkt. Die verschiedenen Gastronomen hatten konsequent auf Einweggeschirr und -besteck gesetzt und so Müllberge hinterlassen. „Dies möchten wir in Zukunft gerne ändern. Wer sich selbst als Ziel gesetzt hat, eine nachhaltige Lebensweise den Menschen näher zu bringen, muss auch selbst glaubwürdig nachhaltig sein“, sagt Heumüller. In Details muss das Umweltzentrum noch nachjustieren, um glaubhafter die ökologische Nachhaltigkeit zu fördern.

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