Nimm‘s dir einfach: Erster öffentlicher Verteiler für gerettete Lebensmittel

| Keine Kommentare | Druckversion Druckversion | E-Mail E-Mail

Foodsharing Fulda hat in der L14zwo in der Lindenstraße einen ersten öffentlichen Verteiler für gerettete Lebensmittel eröffnet. Jeder kann sich aus dem Kühlschrank kostenfrei bedienen und selbst übrig gebliebene, genießbare Lebensmittel für andere deponieren. „Du tust nur das rein, was du selbst noch essen würdest“, erklärt die Foodsharing Botschafterin Karla Stoltzmann die oberste Regel. Obst, Gemüse aber auch Waren, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, sind willkommen.

Bild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0

Anders sieht es mit Fleisch oder Fertiggerichten mit Eiern aus. Liegt hier das Verbrauchsdatum in der Vergangenheit, ist der Genuss nicht mehr sicher. Täglich kontrollieren die Lebensmittelretter den Inhalt und putzen den Kühlschrank, der zu den Öffnungszeiten der Erneuerbar frei zugänglich ist. „Es muss alles hygienisch sein“, betont Stoltzmann. Damit leicht verderbliche Lebensmittel nicht übers Wochenende im Kühlschrank liegen, werden diese an jedem Freitag ausgeräumt.

Der Nachschub geht nie aus

Der neue Verteiler erleichtert auch die Arbeit der Lebensmittelretter. Derzeit holen 50 aktive Helfer bei zwölf Kooperationspartner Übriggebliebenes ab, darunter bei der Fruchtbar, Kitchen 74 und Konditorei Lembach. Über manche Zusammenarbeit ist Stillschweigen vereinbart, das Thema Lebensmittelabfall ist vielerorts sensibel. An manchen Tagen haben die Retter im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. Der neue öffentliche Verteiler kommt gelegen, um dort Überschüsse zu deponieren und mit geringem Aufwand unter die Leute zu bringen. „Retten ist eine Sache, wir müssen die Lebensmittel ja auch verteilen“, stellt Stoltzmann klar.

Verteiler ist noch temporär

Der Kühlschrank selbst ist derzeit nur eine Leihgabe von YouRoPa, da der Verein auf der Suche nach einem neuen Standort ist. Damit der öffentliche Verteiler in der L14zwo bleiben kann, sammelt Foodsharing Spenden. Etwa 400 Euro werden benötigt, wobei die Stadt Fulda im Rahmen der lokalen Agenda 21 einen Zuschuss von 160 Euro zugesagt hat. „Wir brauchen einen guten Gewerbekühlschrank mit Glasfront, damit wir jederzeit sehen können, was sich darin befindet.“

Karla Stoltzmann ist seit Januar dieses Jahres Botschafterin bei Foodsharing Fulda. Das Projekt wird von Studenten der Hochschule getragen, wo Stoltzmann Soziale Arbeit studiert. Als im vergangenen Jahr nach beendetem Studium viele Lebensmittelretter aus Fulda wegzogen, blieb nur noch ein kleiner, harter Kern übrig. Manche Kooperation fand ihr Ende, da Lebensmittel nicht mehr regelmäßig abgeholt wurden. Foodsharing in der Barockstadt drohte einzuschlafen. Stoltzmanns Aufgabe war und ist es, das Projekt gemeinsam mit weiteren Aktiven wieder zu beleben. Der erste öffentliche Verteiler ist dazu ein weiterer wichtiger Schritt.

Der Beitrag hat Ihnen gefallen? Sie können dafür bezahlen und damit unabhängigen Journalismus fördern!
Kontoverbindung
Kontoinhaber: Jens Brehl
IBAN: DE56430609676016706401
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Brehl backt
Bank: GLS Bank
Paypal

 

Kategorie: Regionalkiste

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.