Öko-Speed-Dating mit Gegensätzen

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Artgerechte Tierhaltung, offene Ställe

Berhard Sitzmann von Pro Vieh sprach sich dafür aus, bei der Definition von artgerechter Tierhaltung die Verhaltensbiologie verstärkter zu beachten. Die zentrale Frage: Was braucht das Nutztier, damit seine wesensgemäßen Bedürfnisse befriedigt sind? „Landwirte benötigen höhere Preise für Fleisch aus artgerechter Tierhaltung.“ Sven Euen, Geschäftsführer des Schlachthofs Fulda, war sich mit Sitzmann einig, dass der Pro-Kopf-Konsum von 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr zu hoch ist. Gemeinsamer Tenor: weniger und dafür qualitativ hochwertiger. „Wir dürfen nicht nur in die weite Welt blicken, sondern müssen Probleme in den Regionen lösen“, sagte Euen. Gerade bei regionalen Wirtschaftskreisläufen sei die Transparenz deutlich höher.

Öko-Landwirtin Andrea Helmer plädierte, dass Landwirte ihre Höfe und Ställe öffnen sollten, um zu zeigen, wie dort gearbeitet wird. „Landwirte machen sich damit aber auch angreifbar“, gab Hallier zu bedenken. „Kaum ein Konsument kennt die dunklen Ställe der Vergangenheit, in denen Rinder angebunden gehalten wurden.“ Daher fehle ein Vergleich und es sei schwer einzuschätzen, welche richtigen Schritte in Sachen artgerechter Tierhaltung bereits gemacht wurden. Der Blick fiele eher auf die heutigen Probleme, Vorwürfe kämen schnell auf. „Vieles ist noch nicht perfekt, aber der Wandel ist ein Prozess.“ Und der geht nun einmal nicht von heute auf morgen vonstatten.

Zum Schluss waren sich bei einigen streitbaren Positionen alle einig: Die Arbeit der Landwirte sollte wieder mehr wertgeschätzt, bereits in der Schule entsprechendes Wissen vermittelt werden und es bedarf einer offenen auf Augenhöhe Kommunikation.

Vieles konnte in der Kürze der Zeit nur angerissen werden. Bleibt abzuwarten, ob die Teilnehmer oder antonius die zahlreichen Gesprächsfäden noch einmal aufnehmen.

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Kategorie: Regionalkiste | Schlagwörter:

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