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Sauwohl oder saumäßig? Tierwohl in der Landwirtschaft

Wie können Nutztiere artgerecht gehalten werden? Sollte man sie aus Respekt ganz verwerten oder darf man sie gar nicht essen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich die aktuelle Ausgabe des Magazins „Lebendige Erde – Biologisch-dynamische Landwirtschaft, Ernährung, Kultur“, deren Schwerpunkt auf dem Tierwohl liegt.

(Bio)Landwirte stehen vor großen sozialen und ökologischen Aufgaben. Einerseits sollen sie die Biodiversität und die natürlichen Ressourcen bewahren und Nutztiere art- oder noch besser wesensgerecht halten. Das nützt zwar dem Gemeinwohl, doch ein landwirtschaftlicher Betrieb ist vor allem ein wirtschaftliches Unterfangen. Leistungen müssen demnach entsprechend honoriert werden, denn alle Ansätze das Tierwohl zu fördern müssen praxistauglich sein.

Lebendige ErdeEin Siegel ist keine Garantie

Während die aktuelle Ausgabe Tipps für Landwirte bereithält, wie sich Stress bei Nutztieren erkennen und vermeiden lässt, dürften auch Konsumenten bei der Lektüre aufmerken. So werden unter anderem die Betrugsfälle beim Neuland-Verband thematisiert. Die Vereinigung möchte eine bäuerliche artgerechte Tierhaltung voranbringen, ohne dass die Betriebe gleich auf Ökolandbau umsteigen müssen. Bereits vor Wochen war bekannt geworden, dass unter dem Neuland-Siegel Fleisch aus nicht Neuland-Betrieben bei den Kunden landete. Auch das Tierwohl-Label des Deutschen Tierschutzbundes wird kritisch beleuchtet.

Am besten kennen Kunden „ihren“ Bauernhof und wissen, wie ihre Lebensmittel erzeugt werden. Wer stets nach Billigfleisch fragt, darf nicht erwarten, langfristig Qualität zu bekommen.

Doch lieber vegan?

In der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, auch als „Demeter“ bekannt, ist die Tierhaltung vorgeschrieben. Nutztiere sorgen für den notwendigen Dung, um lebendige Böden zu erhalten. Lässt sich damit eine vegane Lebensweise vereinbaren? Im Interview erklärt Sebastian Gronbach („Vom Tier lernen statt es zu essen“), dass Ausbeutung, Leid und wesensfremde Nutzung von Tieren aufhören müsse. „Bei einem geschätzten Verhältnis von sieben Milliarden Menschen zu 14 Trillionen Tieren wäre es sogar recht klug, wenn wir nicht 14 Trillionen Feinde, sondern Brüder und Schwestern hätten.“ Eine Aussage, über die man gerne nachsinnen darf.

Georg Schweisfurth, Mitbegründer der Biosupermarktkette „Basis“ fordert mehr Respekt bei der Verwertung von Schlachttieren, bei der alle wieder alle Teile genutzt werden.

Unter dem Schwerpunkt Tierwohl gelingt es der Redaktion eine breite Themenpalette abzudecken und sorgt für die eine oder andere lebendige Diskussion. Auch die ökologische Landwirtschaft entwickelt sich stets weiter, wobei es speziell bei der Tierhaltung noch einige Ansatzpunkte gibt.

Weiterführende Information zum Heftinhalt und ausgewählte Online-Artikel sind auf der Internetseite [1] zu finden.