Umweltzentrum Fulda: Geschäftsführer Volker Strauch verabschiedete sich in den Ruhestand

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Der Öko-Pionier Volker Strauch ist Ende April nach einem Vierteljahrhundert als Geschäftsführer des Umweltzentrums Fulda in den verdienten Ruhestand gegangen. Alexander Sust und Timo Heumüller übernehmen seine Aufgaben. Strauch hat Hessens erste Landesgartenschau 1994 ökologisch mitgeprägt, und das zu diesem Anlass geschaffene erste Umweltzentrum des Bundeslands nachhaltig erhalten. Ohne ihn wäre einiges anders gekommen.

Vollker Strauch

Bild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0

„Eigentlich sitzen wir auf dem Mittelstreifen des inneren Rings“, sagt er im Interview. „Tatsächlich sollte durch die Fulda-Aue eine Straße führen. Der Bau war seit etlichen Jahren politisch beschlossen und hätte jederzeit beginnen können.“ Doch dann erfolgte der Paukenschlag: Die Stadt kaufte die Grundstücke zurück und schuf anlässlich Hessens erster Landesgartenschau das Naherholungsgebiet Fulda-Aue, von dem Teile unter strengem Naturschutz stehen. „Die bewusste punktuelle Abkehr von der autogerechten Stadt kann man gar nicht hoch genug wertschätzen. Damals sind einige politische Entscheidungsträger über ihren Schatten gesprungen“, betont Strauch.

Als es ihn 1990 als Geschäftsstellenleiter der Landesgartenschau nach Fulda zog, machte er deutlich, dass es um mehr geht, als Bäume zu pflanzen, Bänke aufzustellen und Blumenbeete anzulegen. Die ökologische Nachhaltigkeit rückte er in den Fokus, die sie auch nach 25 Jahren deutlich sichtbar im Umweltzentrum manifestiert. Seitdem haben dort neben klassischer Umweltpädagogik unzählige Vorträge, Kurse, Podiumsdiskussionen zu Natur- und Umweltschutz stattgefunden. Frühlings- und Herbstmarkt sind kaum noch wegzudenken.

Vom Gartenbau zum Umweltschutz

Zunächst war allerdings ein reines Schul-Biologie-Zentrum geplant, an dem Fuldas Schüler Gartenbau lernen sollten. Strauch ist es zu verdanken, dass sich das Umweltzentrum breiter aufgestellt hat und so weit wie möglich allen Zielgruppen etwas bieten möchte. Schließlich sollten alle Bereiche des Umwelt- und Naturschutzes abgedeckt werden: von sauberem Wasser über gesunden Boden bis hin zu erneuerbaren Energien und mehr. „Was würde es auch nützen, wenn man über die Gefahren der Kernkraft aufklärt, dann aber keine Alternativen präsentieren kann? Wir wollen ja im besten Fall einen Wandel einleiten. Das Konzept habe ich mir aber nicht alleine im stillen Kämmerlein ausgedacht. Daran haben unter anderem der damalige Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger, Dr. Michael Imhof und Dr. Hans Unbehauen mitgewirkt.“ Im Laufe der Zeit haben die thematischen Schwerpunkte gewechselt, derzeit stehen Klimaschutz und der Erhalt der Artenvielfalt hoch im Kurs.

Gleichzeitig gab Strauch Initiativen immer wieder Freiraum. So fanden 2014 die Zeppelingärtner – ein Urban Gardening-Projekt – eine neue Heimat auf dem Gelände, wie auch das einwöchige Kulturfestival Genießen unterm Apfelbaum. Strauch selbst bekam stets vom Vorstand des Trägervereins Umweltzentrum und Gartenkultur e.V. inhaltlich freie Hand. Dem Vorstand steht traditionell ein Vertreter der Stadt vor, derzeit ist damit Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld betraut.

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