Wie ein Dieb mit Erlaubnis

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Foodsharing oder Tafel?

Weitere Bedenken hatten die Zuhörer, inwieweit Foodsharing eine Konkurrenz zur Tafel ist. Letztere retten ebenfalls Lebensmittel, geben diese allerdings ausschließlich an Bedürftige ab. „Wir gehen immer auf die örtlichen Tafeln zu und klären, mit welchen Betrieben sie bereits kooperieren. Daher konkurrieren wir nicht, sondern ergänzen das Engagement Verschwendung zu vermeiden“, stellte Kircher klar. Während seines Referendariats in Heilbronn kam er mit der Initiative Foodsharing in Kontakt. Einmal ereilte sie ein Hilferuf der dortigen Tafel, die 1.500 Kilogramm Maultaschen im Lager hatte und diese Menge nicht alleine verteilen konnte.

„Wir wollen überflüssig werden“

Die Kooperation mit drei Heilbronner Edeka-Filialen hat sich bei Kircher besonders positiv eingeprägt. Anfangs konnten die Aktivisten pro Filiale täglich bis zu 15 Bananenkisten Obst und Gemüse und bis zu zwei Einkaufskörben Kühlwaren abholen. Nach zwei Jahren war es nur noch ein Drittel. Der Marktleiter hatte seine Mitarbeiter geschult, Lebensmittel rechtzeitig vergünstigt anzubieten oder eben zu verschenken. Zusätzlich gab es in allen drei Filialen Verteilschränke, die Foodsharing gefüllt und gepflegt hat.

„Wir wollen überflüssig werden“, betonte Kircher. Kein Kooperationspartner würde ihm glauben, dass er sich ehrlich freue, wenn es einmal nichts abzuholen gibt. „Dann haben Sie gut gewirtschaftet und wir unser Ziel erreicht. Das ist doch großartig“, lautet dann häufig Kirchers Antwort.

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