„Wir brauchen kein Energie-Feuerwerk am Wochenende“

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Wie kann die Stadt Fulda die Agenda 2030 der UNESCO mit ihren 17 globalen Entwicklungszielen lokal umsetzen, welche Rolle kommt dem Umweltzentrum Fulda zu und wie muss es sich dafür aufstellen? Noch diesen Herbst soll das eine dreitägige Zukunftskonferenz mit bis zu 200 Teilnehmern klären, zu der alle Interessierten eingeladen sind. Beim Diskutieren und Planen soll es allerdings nicht bleiben, sondern Projekte Wirklichkeit werden. Damit das gelingen kann, haben vergangenen Samstag 20 Fuldaer in einem Auftakttreffen begonnen die Konferenz vorzubereiten.

Alexander Sust, einer der beiden Geschäftsführer des Umweltzentrums Fulda, übte offen Selbstkritik. „In den letzten 25 Jahren haben 10.000 Menschen die Bildungsangebote des Umweltzentrums genutzt. Doch die  Fridays for Future Ortsgruppe hinterfragt zu Recht, was wir bisher erreicht haben. Schließlich hinterlassen wir der nächsten Generation einen ziemlichen Schlamassel.“

Das Umweltzentrum Fulda soll sich von einer reinen Bildungs- und Begegnungsstätte zu einem „Real-Labor des kulturellen Wandels“ weiterentwickeln. Leitbild sind die in der Agenda 2030 zusammengefassten durchaus ehrgeizigen Entwicklungsziele: Armut soll es nicht mehr geben, dafür echte Gleichberechtigung, eine ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung ist etabliert, der Erhalt der Natur ist gesichert und vieles mehr. „Globale Ziele nutzen wenig, wenn sie nicht lokal umgesetzt werden können. Die Gefahr zu scheitern ist recht groß, dennoch wäre es dumm es nicht zu versuchen“, sagte Sust.

Kein kurzes Feuerwerk, sondern langfristiges Handeln

In Arbeitsgruppen mit wechselnden Akteuren haben 20 Fuldaer Ideen gesammelt und bereits konkrete Aufgaben untereinander aufgeteilt. Die dreitägige und an einem Wochenende im Herbst stattfindende Zukunftskonferenz Umweltzentrum Fulda soll möglichst viele Fuldaer ansprechen, schließlich möchte man dort nicht „nur“ diskutieren und planen, sondern motivieren, gemeinsam Vorhaben auch konkret umsetzen. „Wir brauchen kein Energie-Feuerwerk am Wochenende, welches danach verpufft. In Arbeitsgruppen sollen die Ergebnisse weiter fortgeführt werden“, stellte Silvia Hable klar, die das erste Vorbereitungstreffen moderierte. So können sich Interessierte jederzeit einbringen, auch wenn sie die Zukunftskonferenz nicht besucht haben. Urpsünglich sollte sie vom vom 9. bis 11. Oktober stattfinden. Sie wird allerdings aufgrund der aktuellen Corona-Situation auf Frühjahr 2021 verschoben.

Hable wirkte bereits an vielen Transformationsprozessen mit, wie beispielsweise am Aufbau der Transition Town Initiative in Witzenhausen. Vergangen Samstag lenkte sie als Moderatorin die vielen erarbeiteten Vorschläge in konkrete Bahnen – die Gefahr sich bei großen, gemeinsamen Vorhaben zu verzetteln ist durchaus gegeben. Zudem gilt es bei der Zukunftskonferenz auch den Magistrat der Stadt Fulda aktiv mit einzubinden. Nicht zuletzt ist Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld Vorstand des Trägervereins Umweltzentrum & Gartenkultur Fulda e.V. und eine ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung benötigt auch eine unterstützende Lokalpolitik.

Eines stand jedoch schnell fest: Die bestehenden Räumlichkeiten des Umweltzentrums reichen aus, um das derzeitige Angebot aufrecht zu erhalten. Für künftige Aufgaben eines Zentrums für nachhaltige Stadtentwicklung ist es allerdings zu klein – darin waren sich die 20 Teilnehmer vergangenen Samstag einig.

Nachtrag 17.08.2020: Der Termin für die Zukunftskonferenz wurde von Herbst 2020 auf Frühjahr 2021 verschoben. Die Angaben sind im Beitrag entsprechend ergänzt.
Nachtrag 07.08.2020: Da der Termin der Zukunftskonferenz Umweltzentrum Fulda nun bekannt ist, sind die Angaben entsprechend im Beitrag ergänzt.

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